13.03.2018

Eine Vision: von der Weltreise zur Einheit der Menschheit

Manche schreiben ein Reisetagebuch, andere schießen unzählige Fotos. Eleonora wollte sich für ihre Weltreise ein konkretes Thema suchen: Die Einheit der Menschheit. Ihr Dokumentarfilm Unity of mankind zeigt uns jetzt, wie verschieden wir die Welt und ihre Einheit wahrnehmen können.

Von Deutschland in die USA, nach Samoa über Vietnam: Die Einheit der Menschheit sollte eigentlich jedem ein Begriff sein. Eleonora hat auf ihrer Reise 44 Interviews in 11 Ländern geführt und festgestellt: „Die Einheit der Menschheit sieht jeder ein bisschen anders. Für mich war es wichtig, Menschen zu inspirieren, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.“ Bei den ersten Interviews hatte sie noch keinen festen Fragekatalog. Schnell stellten sich aber vier Fragen heraus, die sie in den weiteren Interviews verwendete:

  1. Unity of mankind – What does that term mean to you?
    Was bedeutet dir der Begriff „Einheit der Menschheit“?
  2. Do you believe that unity of mankind will come true in the future?
    Glaubst du, dass die Einheit der Menschheit in der Zukunft Wirklichkeit wird?
  3. What kind of obstacles do you see?
    Welche Hindernisse siehst du dabei?
  4. Do you have any ideas how we can achieve this aim?
    Hast du irgendwelche Ideen, wie wir dieses Ziel erreichen können?

Manche Interviews haben es wegen der Qualität nicht in die Dokumentation geschafft: „Ich habe alles mit meiner Handykamera gefilmt. Ein Interview mit dem buddhistischen Mönch Ven Tran Sone konnte ich zum Beispiel nicht verwenden, da ein lauter Ventilator alle Geräusche übertönte.“

Vom Individuum zur Gesellschaft

Dass ihr Film keine wissenschaftliche Expertise ist, weiß die freiberufliche Theaterpädagogin: „Ich konnte natürlich nicht jeden befragen. Es hat sich meist aus Situationen ergeben und stellt nicht den Querschnitt der Gesellschaft dar.“ Die Antworten haben sie trotzdem darin bestätigt, dass ihr Projekt Sinn ergibt und durch den Film noch mehr Menschen erreicht werden können: „Manche hatten sich vorher noch nie damit beschäftigt. Meine Fragen waren für sie Denkanstöße.“ Trotzdem hat sie sich bemüht Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus verschiedenen sozialen und gesellschaftlichen Schichten zu befragen. Dabei hat sie ihren Befragten keine Richtung vorgegeben: „Manche fangen bei sich an, andere beziehen es auf die gesamte Gesellschaft und ihre Strukturen. Reden von der Politik, Schulen oder Religion.“

Die Interviews waren so vielfältig wie die Menschen, die Eleonora auf ihrer Reise traf

Austausch für die Einheit

Think Big hat der Hobbyfilmerin dabei geholfen, die Filmvorführungen in aktive Austauschorte zu verwandeln. Mit Livemusik, anschließenden Fragerunden und kreativen Workshops konnte die Bremerin ihre Begegnungen auch nach der Reise in verschiedenen Veranstaltungsorten, wie Hamburg, erweitern. Es sind philosophische Antworten („Die Einheit besteht, wenn wir Menschen uns wie Teile ein und desselben Körpers fühlen.“), aber auch praktische Ansätze („Um sich wirklich zu verstehen, wäre es wichtig, dass wir die gleiche Sprache sprechen.“) oder emotionale Grundsätze („Erst einmal muss man die Menschen lieben.“), die nach dem Film noch mal besprochen werden.

Gemeinsam musizieren: Die Filmvorführungen werden zu Begegnungsstätten

Gemeinsam musizieren: Die Filmvorführungen werden zu Begegnungsstätten

Zwischen Religion und Hoffnung

Eleonora hat nicht nur ihre Hochzeitsreise um die Welt dazu angetrieben, der Einheit der Menschheit weiter auf den Grund zu gehen, sondern auch ihr Glaube. Sie gehört der Bahá’í Religion an. Im Zentrum dieser steht die Verkündigung von Baha’u’llah: „Das Wohlergehen der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, sofern nicht und ehe nicht ihre Einheit fest begründet ist.“ Trotzdem möchte sie mit ihrem Film nicht missionieren und ihr sind vor allem auch Interviews mit einem kritischen Blick wichtig: „Ich bin nicht so optimistisch, weil ich das Gefühl habe, Menschen brauchen immer eine Gruppe, um sich mit dieser zu identifizieren und diese Gruppe darf nicht zu groß sein.“ Auch wenn die Reise und der Film beendet sind, ist die Zukunft von der Unity of mankind für Eleonora klar: „Jeder Augenblick ist der beste, um selbst damit anzufangen.“

Alle Bilder: Eleonora Stark // Unity of Mankind

Wir verwenden Cookies, um eine benutzerfreundliche Navigation zu gewährleisten und die Webseite fortlaufend zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst du der Verwendung von Cookies zu.Cookie-Hinweise zum Datenschutz
Gewinnspiel: Wir suchen deinen digitalen Aha-Moment!
Jetzt mitmachen!