13.08.2018

Digital Connections: Freundschaften übers Internet

Gleichgesinnte unabhängig vom eigenen Wohnort finden – was früher Brieffreundschaften waren, sind heute Freundschaften über das Internet. Wie können digitale Kontakte unser Leben bereichern? Oder müssen wir befürchten, dass sie echte Begegnungen sogar ersetzen?

Manchmal wünschen wir uns einfach jemanden, der unsere speziellen Interessen teilt und uns versteht. Jemanden, der beispielsweise dieselbe Newcomer-Band aus Amerika hört, die gleiche japanische Comic-Serie schaut oder dasselbe außergewöhnliche Hobby hat. Oder jemanden, der Lust hätte, zusammen eine digitale Idee zu verwirklichen.

Es gibt unzählige Facebookgruppen, Fangruppen auf Instagram und themenspezifische Portale, die sich genau dem widmen. Darunter zählt auch das Think Big Projekt “Global Match” von Katharina Jung, welches Menschen aus dem Norden mit Menschen aus dem Süden der Erde verbindet. Gemeinsam stellen die Projektpaten dann zum Beispiel humanitäre Projekte auf die Beine oder unterstützen sich mit ihren jeweiligen Fähigkeiten. Ein intensiver Austausch rund um den Globus, bei dem oft Freundschaften fürs Leben entstehen.

Sharing is caring

Auch “Sprachbuddys”, ein weiteres Think Big Projekt, fördert internationale Freundschaften. Die Plattform bietet jungen Geflüchteten die Möglichkeit, einen Buddy zum Deutschlernen oder einfach jemanden zum Reden zu finden. Oft entstehen richtige Freundschaften. Das Internet bringt die Welt durch nur einen Mausklick oder eine Chatnachricht zusammen.

Dass man sich nicht regelmäßig treffen kann, ist der Nachteil von Internetfreundschaften. Doch in dem Nachteil verbirgt sich auch ein Vorteil. Viele behaupten, sie würden ihren digitalen Freunden mehr anvertrauen als Freunden und Familie aus dem Umfeld. Und das schlichtweg aus dem Grund, dass diese unbeteiligt sind und die Distanz auch irgendwie Vertrauen schafft. In gewisser Weise sind Internetfreunde wie ein Tagebuch. Sie können der Ansprechpartner für Dinge sein, über die man sonst mit niemandem spricht. Sie sind einfach da.

(Nicht) Für die Realität?

Immer wieder stellt sich die Frage: Ersetzen Internetfreundschaften die “Real-Life”-Beziehungen in unserem Leben? Die Antwort lautet: nein. Ersetzt wird weder das eine noch das andere. Freundschaften entstehen jedes Mal auf eine andere Weise und müssen nicht zwangsläufig konkurrieren. Sie können einfach koexistieren.

Doch nicht jede Internetfreundschaft ist auch für die Realität gedacht. Sich nach langem Schreiben und Telefonieren endlich zu treffen und so miteinander zu reden, als wäre man zusammen aufgewachsen, klappt in vielen Fällen, doch nicht immer. Wir sollten im Hinterkopf behalten, dass viele das Internet als eine Plattform zur Selbstdarstellung nutzen. Digitale Freundschaften sind etwas Tolles, das Generationen vor uns noch nicht genießen konnten. Doch es ist wichtig, trotzdem immer ein bisschen vorsichtig zu sein – und bei Begegnungen im Internet den gesunden Menschenverstand nicht auszuschalten.

Beitragsfoto: Adobe Stock / zinkevych

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