20.08.2018

ApplicAid: für ein Stückchen mehr Bildungsgerechtigkeit

“Es gab eine Institution, die an mein Potenzial geglaubt hat.” In der 11. Klasse bekam Backtosch Mustafa sein erstes Stipendium. Jetzt möchte er mit seinem Projekt “ApplicAid” Stipendien auf der ganzen Welt revolutionieren und mehr Bildungsgerechtigkeit schaffen.

Mit seinen 21 Jahren hat Backtosch Mustafa schon viel erreicht. Der Medizinstudent aus Hamburg ist angehender Doktorand an der Harvard University, Stipendiat bei über 15 Förderprogrammen und Social Entrepreneur. Mit ApplicAid, für das ihn unter anderem die Think Big mit finanzieller Projektförderung unterstützt, möchte er neben seiner akademischen Karriere auch im sozialen Bereich etwas auf die Beine stellen.

Backtosch und sein Team beim ersten Offline-Treffen // Foto: Backtosch Mustafa

“ApplicAid ist ein Projekt für mehr Bildungsgerechtigkeit”, erzählt Backtosch. “Das Einzigartige dabei ist, dass wir direktes Mentoring für sozial benachteiligte Menschen auf der ganzen Welt anbieten und ihnen dadurch einen Zugang zu Stipendien verschaffen wollen.” Eine Anmeldung bei ApplicAid läuft über die Webseite ab, auf der sich sowohl Mentoren als auch Schützlinge mit einem persönlichen Fragebogen registrieren können. “ApplicAid unterstützt junge Menschen während der gesamten Bewerbungsphase. Die Mentoren zeigen ihnen zum Beispiel, wie eine Bewerbung abläuft, wie man an Referenzschreiben von Professoren kommt oder welche Unterlagen man braucht.”

“Es gab eine Institution, die an mein Potenzial glaubt”

Bildungsgerechtigkeit lag Backtosch schon lange am Herzen, denn auch ihn persönlich hat das Thema während seiner gesamten schulischen und akademischen Laufbahn begleitet. “In der 8. Klasse hatte ich ziemlich schlechte Noten, meine Lehrer haben mir sogar abgeraten, das Abitur zu machen. Es gab viele Hindernisse, doch ich habe es am Ende trotzdem geschafft. Mein erstes Stipendium bekam ich in der 11. Klasse. Da hatte ich das Gefühl: Es gibt da eine Institution, die an mein Potenzial glaubt, auch wenn davon noch nicht viel zu sehen ist.”

Eine Organisation wie ApplicAid zu leiten und zu koordinieren, ist gar nicht so einfach. Seit Backtosch das Projekt ins Leben gerufen hat, hat er vieles gelernt: “Es gibt viele Fragen, die man sich vorher beantworten muss. Man muss sich bewusst sein, dass der Schritt von der Idee zum Projekt groß ist.” Dass ApplicAid international ausgelegt ist, ist für Backtosch auch eine Herausforderung. “Die größte Schwierigkeit ist, dass die Organisation ein Remote Team ist. Wir haben Leute, die überall auf der Welt verstreut sitzen. Sich als Organisator um eine gute Kommunikation zu kümmern, ist daher unglaublich wichtig.”

Bei all diesen Herausforderungen ist Backtosch auch dankbar, professionelle Hilfe zu bekommen. “Think Big und besonders die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung haben uns echt gut geholfen. Nicht nur finanziell, sondern auch mit Ansprechpartnern, wenn wir z.B. Fragen zum Marketing haben.”

Ein großer Schritt in die richtige Richtung

Die Zukunft sieht für Backtosch und sein Projekt vielversprechend aus. Neben seiner Förderung durch The Resolution Projekt und seiner Teilnahme bei der Model United Nations Konferenz in Panama City, organisiert von der Harvard University, hat ihn jetzt auch die Clinton Global Initiative eingeladen. Für die Konferenz wird Backtosch im Oktober für ein Wochenende in den USA sein. “Für mich ist das eine große Ehre. Das ist eine Konferenz mit Social Entrepreneurs aus etwa 100 Ländern. Man kommt mit globalen Leadern in Workshops zusammen, tauscht sich aus und hat beim CGI Exchange die Möglichkeit, anhand eines Messestands seine Ideen zu präsentieren.”

Besonders die Kontakte auf Konferenzen und Events sind für Backtosch wertvoll. “ApplicAid funktioniert nicht im Alleingang. Wir wollen und müssen mit anderen sozialen Organisationen zusammenarbeiten, die dieselbe Zielgruppe haben, um mehr Menschen zu erreichen und etwas bewirken zu können.” Mit ApplicAid erhofft sich Backtosch vor allem eines: jungen Menschen den Glauben an sich selbst zu geben.

Backtosch bei der Preisverleihung in Panama City // Foto: The Resolution Project

Beitragsfoto: Backtosch Mustafa

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