05.07.2018

10 Fragen an Aya Jaff: über die Freude am Programmieren

Aya Jaff ist 22, Deutschlands bekannteste Programmiererin und auf dem nächsten Think Big Camp zum Thema Making & Coding in Berlin zu Gast. Im Gespräch hat uns Aya schon vorab Fragen rund um die Programmierer-Welt beantwortet und erzählt uns von ihren Projekten.

Die 22-jährige Programmiererin Aya Jaff // Foto: Kevin Münkel

  1. Wie oft musst du deiner Familie bei Technikfragen helfen?

Nicht so oft. Mein Papa hat manchmal ganz normale Fragen zu Computern, die wahrscheinlich jeder auch hat, aber das ist dann nichts mit Programmieren. Er hat eigentlich ein gutes Grundverständnis von Computern, deswegen braucht er nicht so viel Hilfe.

  1. Hast du ein aktuelles Projekt, mit dem du dich beschäftigst?

Ich beschäftige mich gerade viel mit meinem Start-up, CoDesign Factory. Neulich haben meine Mitgründer und ich einen interessanten Pool an Leuten zusammengestellt. Außer mir sind es noch drei Mitgründerinnen und ein Mitgründer. Darauf bin ich ziemlich stolz, muss ich sagen, dass wir ein Unternehmen sind, das überwiegend von Frauen geführt wird. Wir helfen bei Digitalisierungsprojekten, wir setzen auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern Ideen um und schaffen Innovationen. Bei uns ist es nicht so, dass jemand zwei Tage für eine Beratung in ein Unternehmen kommt und sagt, man soll es so oder so machen, sondern wir versuchen, das Problem gemeinsam zu lösen.

  1. Auf welches bisherige Projekt bist du am stolzesten?

Auf das Börsenplanspiel Tradity, das damals im Zusammenhang mit Think Big entstanden ist. Stolz, weil alle sehr jung waren, aber groß geträumt haben. Wir wollten, dass die Wall Street nicht nur dämonisiert wird, und wollten den Leuten zeigen, wie man investieren und trotzdem moralisch richtig handeln kann. Es ist mittlerweile das größte soziale Börsenplanspiel Deutschlands und darauf bin ich besonders stolz.

  1. Was ist dein nächstes Projekt?

Mein nächstes großes Projekt wird mein Buch sein, das nächstes Jahr im Februar herauskommt. Momentan ist es noch in der Finalisierungsphase, ich schreibe noch die letzten Seiten. Das Buch trägt den Titel “MoneyMaker” und es geht darin um die ersten Schritte an der Börse, wie man als junger Mensch mit den heutigen Ressourcen investieren kann.

  1. München oder Silicon Valley wo arbeitet es sich besser?

Ich bin tatsächlich nicht oft in München, sondern eher in Berlin. Im Vergleich mit Silicon Valley würde ich persönlich Silicon Valley sagen, weil man da die ganzen Kontakte hat und dort viele große Firmen sind, die einen auch finanziell unterstützen können. Aber ich denke, dass man in Berlin auch weit kommt, wenn man die richtigen Kontakte hat. Es ist ein anderer Stil ein kleinerer als in Amerika, aber kleiner ist nicht unbedingt schlechter.

  1. Welches Programmierer-Vorurteil würdest du sagen trifft zu und welches nicht?

Das Vorurteil, dass Leute in der Informatikbranche nicht sozial sind, finde ich, trifft überhaupt nicht zu. In Konferenzen und auch auf Workshops habe ich Menschen kennengelernt, die sehr engagiert und aufgeschlossen sind und alle Fragen beantworten. Das “Nerd”-Vorurteil trifft aber zu. Viele kommen aus dem Gamer-Bereich und spielen ganz viel. Und dass die meisten Programmierer männlich sind, trifft auch zu.

  1. Welche technische Entwicklung glaubst du, wird die Welt als Nächstes verändern?

Ich denke, es ist die künstliche Intelligenz. Ich schwanke zwischen Blockchain und KI, aber ich denke, dass es bei Blockchain viel länger dauern wird. Künstliche Intelligenz hat sich schon oft bewiesen und Deutschland ist in dem Bereich auch Vorreiter.

  1. Meinst du, Programmieren kommt in der Schule zu kurz?

In der Schule kommt es schon vor. In der 6. Klasse hatte ich Informatik, aber ich habe nicht wirklich viel davon mitgenommen. Aber hätte ich Informatik in der Schule gehabt und würde für das Programmieren benotet werden, hätte es mir bestimmt den ganzen Spaß genommen. Ich denke aber, dass das experimentierfreudige, projektbasierte Programmieren in der Schule zu kurz kommt. Mir fehlt da der Fokus auf das Projekt selbst und die Fantasie, was man denn noch alles mit seinem Code erreichen kann.

  1. Was ist dein Tipp, um ein eigenes Projekt zu starten?

Think Big ist einfach eine tolle Möglichkeit für junge Menschen, eigene Projektideen umzusetzen! Als ich 15 oder 16 war, hat Think Big für mich die Rolle eines Mentors gespielt. Von erfahrenen Leuten kann man sich so viel abschauen, deswegen ist die Möglichkeit, als Projektförderung auch ein Coaching zu bekommen, so klasse. Momentan bin ich aktiv bei einem Non-Profit, das STARTUP TEENS heißt, das ist ganz ähnlich.

  1. Hattest du auch schon einen #DigitalAha-Moment?

Das war, als ich auf code.org die Airbnb-Webseite nachgebaut habe. Dort stand, dass man die Airbnb-Seite innerhalb von einer Stunde nachbauen kann. Ich habe zuerst gelacht und dachte, das geht doch niemals. Ich habe Schritt für Schritt die Programmieranweisungen befolgt und am Ende habe ich gesehen: Ich habe tatsächlich die Airbnb-Seite nachgebaut! Programmieren ist gar nicht so schwer! Das war mein #DigitalAha-Moment.

Beitragsfoto: Kevin Münkel

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