04.10.2018

Lernen 3.0

Lernen 3.0

Die Gemeinschaftsschule in Wutöschingen ist unsere dritte Station. Die kleine Gemeinde am südöstlichen Rand des Schwarzwalds lässt auf den ersten Blick nicht vermuten, dass sich hier einer der fortschrittlichsten Schulen Deutschlands befindet. Um sich auf die ändernden Anforderungen von Schule und Digitalisierung anzupassen, wurde hier von tradierten Schul- und Lernstrukturen Abschied genommen, um Platz für neue Lernformen zu schaffen. Diese sind das Lernen ohne Klassenverbund, am eigenen Arbeitsplatz und das Lernen mit Tablets und eigener Onlinelernplattform „DiLer“. Die Digitalisierung der Schule ist hier weit fortgeschritten, ebenso erstaulich ist für uns wie selbstverständlich die SuS die ihnen zur Verfügung gestellten Medien für ihre Lernprozesse gezielt anwenden können.

An der Schule angekommen wurden wir freundlich begrüßt und eine Präsentation klärte uns über das Lernen 3.0 und die Besonderheiten der Schule auf. Darunter wurde das eigens entwickelte Kompetenzraster erklärt, das für Schüler_innen transparent macht, welche Kompetenzen man schon erworben hat und welche man noch erwerben kann. Beim Hospitieren wird erneut klar, wie junge Menschen verantwortungsbewusst lernen können und sich an Regeln und Anforderungen halten, wenn sie nur die Relevanz und den Sinn eben jener nachvollziehen können. Beim weiteren Hospitieren durch die Gebäude sehen wir: Lernen im Sitzen, Stehen und Liegen; Jung mit Alt; Zusammen oder allein. Das Raumkonzept der Schule bietet für jeden etwas: Hörsäle, kleine und große Gruppenräume, Stehtische, Vorhänge, stille Räume und einen Marktplatz, an dem man sich austauschen kann. Zudem hat jede/r SuS und jede/r Lernbegleiter_in einen eigenen Arbeitsplatz zur Verfügung. Zum zusätzlichen Austausch stehen Clubs am Nachmittag zu Verfügung in denen die Lernpartner und Lernpartnerinnen zusammen an Schwächen und Stärken arbeiten und Projekte realisieren können.
Die Beziehung von Lernpartnern und Lernbegleitern hat uns ebenso positiv überrascht. Es kommt nicht selten vor, dass sich eben jene im Gang begegnen und sich respektvoll die Hände schütteln. Noch dazu, erklärt uns eine Lernbegleiterin, habe sich auch die Beziehungsarbeit stark verbessert seit der Umstellung auf Lernen 3.0. Dadurch dass jetzt jeder individuell lernt, kämen die Lernpartner_innen mit spezifischen Fragen oder Problemen direkt zur Lernbegleiter_in und dadurch habe man auch mehr Zeit sich auszutauschen.

Die Alemannenschule in Wutöschingen ist für uns ein eindrückliches Beispiel, was aus einer mit staatl. Mitteln finanzierten Schule werden kann, wenn man die Unterstützung seines Umfelds durch engagierte Überzeugungsarbeit des ganzen Kollegiums erkämpft. Vielen Dank für diese transparenten Eindrücke.

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