Sketchnotes: Text-Notizen waren gestern

Sich Dinge besser merken, indem man sie in visuelle Zusammenhänge stellt – diese Idee ist nicht neu. Zum Beispiel beim Einkaufszettel: Statt alle Posten aufzuschreiben, stellt man sich den leeren Kühlschrank vor und geht die Fächer von oben nach unten durch. Was noch fehlt? Na klar, Milch! Das visuelle Vorstellungsvermögen zeichnet uns Menschen aus. Und dieses kann man trainieren.

 Was genau sind Sketchnotes?

Einfach gesagt handelt es sich bei Sketchnotes um kleine Zeichnungen. Sie übernehmen die Aufgabe von klassischen Notizen, die man während Vorträgen, Vorlesungen oder Meetings macht. Statt alle Infos mitzuschreiben, malt und skizziert man sie. Beim Zuhören entwickelt man so bereits sein eigenes Schaubild. Ihr startet in der Mitte des Blattes mit dem ersten Fakt und arbeitet euch dann Stück für Stück nach außen vor. Dadurch fügt ihr mit der Zeit immer mehr Perspektiven und Zusammenhänge hinzu. Wichtige Zahlen und Bezeichnungen muss man sich natürlich noch immer dazu schreiben. Doch angereichert mit visuellen Metaphern fällt das Aufarbeiten für sich selbst und andere später um ein Vielfaches leichter. Eine Technik, von der auch ihr als Projektmacher profitieren könnt.

Deine Bildwelt zum Mitnehmen

Besonders beliebt ist es auf Konferenzen, bei Vorträgen oder Diskussionen, jemanden mitzeichnen zu lassen. So kann sich das Publikum ganz auf die Bühne und die Redner konzentrieren, während ein geübter Illustrator das Gehörte in Sketchnotes übersetzt. In der Regel entsteht so eine große Bildwelt mit dem Wichtigsten aus der letzten halben Stunde, welche die Veranstaltung für alle Teilnehmer und Außenstehende zusammenfasst und Zusammenhänge sofort erkennbar macht. Noch besser ist es da nur, diesen Job selbst zu übernehmen.

Werdet zu Geschichtenerzählern

Niemand muss ein künstlerisches Genie sein, um selbst einmal mit Sketchnotes zu arbeiten. Voraussetzung sind lediglich Stift und Papier, beziehungsweise ein Tablet und der eigene Finger. Und dann kann es auch schon losgehen! Probiert es doch einfach mal aus einen Podcast zu illustrieren oder aus einer Dokumentation im Fernsehen die wichtigsten Fakten mitzuzeichnen. Aus den Grundformen Viereck, Dreieck, Kreis und Verbindungslinien lässt sich fasst jedes Objekt im Handumdrehen skizzieren.

Ihr werdet merken, wenn ihr die ersten Striche auf Papier bringt, fangt ihr schnell an, wie ein echter Sketch-Profi zu denken. Denn die wahre Kunst liegt nicht darin, lebensecht zu zeichnen, sondern komplexe Dinge möglichst einfach zu veranschaulichen. Und wer das einmal verstanden hat, dem helfen oft auch schon ein paar Boxen und Pfeile, um einen Sachverhalt einfach aufzubereiten. Also: Beim nächsten Projekt-Meeting wird nicht mehr Protokoll geschrieben, sondern gezeichnet!

Fotos: devrimb, anilakkus (Titelbild)

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