Mehr als Kleiderschrank ausmisten: Ballast loswerden geht auch digital

Es geht auf das Ende des Jahres zu. Das bedeutet nicht nur Advents-Vorfreude und Weihnachts-Trubel, sondern für viele auch: Vergangenes Revue passieren lassen und einmal gründlich aufräumen und ausmisten. In der Wohnung, im Digitalen, im Kopf. Wir haben euch ein paar Tipps zusammengestellt, wie ihr euch von Ballast befreien könnt, um wieder frisch durchzustarten.

Dass sich daheim viel Kram ansammelt, ist kein Geheimnis. Ob Schreibtisch, Kleiderschrank, Kommoden: Immer mal wieder zu sortieren und vor allem auszusortieren, was man nicht mehr braucht, wirkt wohltuend und reinigend. Alter Ballast kann nämlich ganz schön ausbremsen: der Zeitschriften-Stapel mit Monate alten Heften, die ihr “unbedingt noch lesen” wolltet? Die zu klein gewordenen Klamotten, in die ihr aber “bestimmt irgendwann wieder reinpassen” werdet?

Was und wie ausgemistet werden kann und sollte, dafür gibt es viele Ratgeber und Regeln. Zum Beispiel die, dass alles, was ihr ein Jahr lang nicht gebraucht, benutzt oder getragen habt, auch tatsächlich wegkann. Oder dass es unnötig ist, Dinge doppelt zu besitzen und euch nicht weiter auffallen wird, wenn ihr eines davon entsorgt. Aussortierte Gegenstände müssen übrigens nicht im Müll landen. Per Flohmarkt, Online-Plattform oder einfach als Spende könnt ihr damit anderen Menschen eine Freude machen!

Nach dem Ausmisten fühlt man sich gleich wohler im eigenen Zuhause

Digital ausmisten: den Rechner mal wieder aufräumen

Mit Kleiderschrank und Co. ist es aber noch nicht getan. Das ist das, was man von außen sehen kann. Ausmisten kann jedoch noch einen Schritt weitergehen. Wann habt ihr zum letzten Mal digital ausgemistet, euren Rechner und euer Smartphone mal wieder “entrümpelt”? Arbeitet euch Schritt für Schritt durch – lieber auf mehrere Tage verteilen und entspannt angehen als vor einem gefühlt riesigen Berg zu verzweifeln.

  • Smartphone: Brauche ich wirklich alle Apps? Löscht Apps, die ihr nicht mehr nutzt. Falls ihr eine davon doch irgendwann wieder braucht, habt ihr sie mit wenigen Klicks schnell wieder installiert
  • E-Mail: Sortiert euren Posteingang aus. Das bedeutet: Unnötiges löschen, Wichtiges archivieren. Meldet alle Newsletter ab, die ihr ohnehin niemals lest. Erstellt eine Ordnerstruktur. Feste E-Mail-Zeiten und das LAHA Prinzip (Lesen, Antworten, Handeln, Archivieren) können helfen, damit der Posteingang nicht ständig überquillt.
  • PC/Festplatte: Auch hier gilt: alles löschen, was ihr nicht mehr nutzt. Speichert nur die Dateien/Bilder/Musik etc. ab, die ihr wirklich behalten möchtest und legt eine passende Ordnerstruktur an. Gewöhnt euch an, verwackelte oder unscharfe Bilder einfach sofort zu löschen und nur diejenigen zu behalten, die ihr euch später nochmal anschauen würdet.
  • Oft übersehen – Bookmarks: Oft macht man eines, weil man denkt, man wird den Artikel auf jeden Fall unbedingt bald lesen – doch in die meisten schaut man dann doch nie wieder rein.
  • Falls ihr unsicher seid und euch nicht traut, Dateien zu löschen: Regelmäßige Backups verleihen ein gutes Gefühl.

Auch der Rechner freut sich über eine ausführliche Ausmist-Aktion

Noch digitaler ausmisten: Social Media aufräumen

Auch im Digitalen könnt ihr beim Ausmisten noch einen Schritt weitergehen: Auf Social Media kann sich so einiges ansammeln, was sich beim genaueren Hinsehen doch nur als Ballast herausstellt. Welchen eurer Social-Media-Kanäle nutzt ihr wirklich regelmäßig – und welcher nutzt euch am meisten? Welcher wiederum fühlt sich mehr wie ein lästiges Anhängsel aus vergangenen Tagen an? Brauche ich wirklich alle “Freundschaften”, Follower, Gruppen, Abonnements auf diesem Kanal? Entfolgen und loslassen kann sehr guttun.

Außerdem können Social Media ein richtiger Zeitfresser sein. Ständig ist man online, doch wenn man nur ziellos surft, fühlt man sich am Abend, als hätte man nichts Produktives gemacht. Wie wäre es, wenn ihr euch zum Beispiel zweimal am Tag ein Zeitfenster dafür nehmt? Oder umgekehrt: Schafft euch (Zeit-)Räume, in denen ihr das Smartphone liegen lasst. Keine Mails oder Kanäle checken, sondern ganz im Moment und für euch und euer tatsächliches, analoges Umfeld da sein. 

Nicht nur das Smartphone, sondern auch sich selbst von Ballast befreien

Und jetzt: Klarer Kopf, klare Sicht

Ihr werdet feststellen, wie ihr nach einer solchen Ausmist-Aktion, ob nun einmal als Rundumschlag oder über einen längeren Zeitraum verteilt in kleinen Schritten, wieder mit ganz neuem Blick auf eure Wohnung, euren PC und eure Social-Media-Accounts schaut. Ein bisschen wie tief durchatmen fühlt sich das an, mit weniger Ballast frisch durchzustarten.

Es geht übrigens nicht darum, sklavisch irgendwelchen Regeln zu folgen, wenn ihr euch damit nicht wohlfühlt. Im Gegenteil! Es geht ganz genau darum: um euer ganz persönliches Wohlbefinden! Wenn es sich nicht gut anfühlt, etwas wegzuwerfen oder auszusortieren, ist es vollkommen egal, ob ihr es nach dieser oder jener Regel wegwerfen solltet. Die wichtigste “Regel” ist: Wie geht es mir damit? Macht es euch glücklich, den Gegenstand, die Datei oder den Account zu behalten, fühlt es sich gut an? Dann gibt es auch keinen Grund zum Wegwerfen oder Löschen!

Alle Bilder: Pixabay

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