Kreatives Chaos? Mythen rund um das Thema Kreativität

Um den Begriff der Kreativität ranken sich verschiedene Mythen und Vorstellungen, die jeder kennt. Das kreative Chaos? Der Sitz der Kreativität im Gehirn? Und überhaupt, Kreativität ist doch eh nur etwas für Künstler – oder? Wir schauen uns drei gängige Kreativitätsmythen an und sagen euch, ob da was dran ist.

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Mythos 1: Kreativität hat ausschließlich etwas mit Kunst zu tun

Viele Menschen denken bei dem Wort “Kreativität” erst einmal an darstellende oder bildende Künste. “Wozu muss ich beim Organisieren meines Projekts kreativ sein? Ich male doch keine Bilder!” Das ist jedoch eine sehr eingeschränkte Sichtweise auf kreatives Arbeiten.

Eine einheitliche Definition des Begriffes gibt es ohnehin nicht. Teresa Amabile, eine Harvard-Professorin, die schon seit vielen Jahren zum Thema Kreativität forscht, formuliert es so: “Kreativität ist die Fähigkeit, Neues zu erschaffen beziehungsweise Probleme mit neuen Mitteln zu lösen.” Und diese Fähigkeit kann man ja in jedem Bereich des Lebens gut gebrauchen.

Kreativitätsmythen: Was ist dran? Gibt es kreatives Chaos? Kreativität nur etwas für Künstler? Ist die rechte Gehirnhälfte wirklich der Sitz der Kreativität? Think Big

Kreativität kann auch so aussehen. 

Mythos 2: das kreative Chaos

Wer hat es nicht schon als Ausrede gebraucht, wenn man mal wieder den Schreibtisch aufräumen sollte? Viele kreative Menschen behaupten von sich selbst, in einer unaufgeräumten Umgebung besser arbeiten zu können. Und die müssen es selbst ja am besten wissen, oder?

Es gibt tatsächlich eine Reihe Studien, die diesen Mythos bis zu einem gewissen Grad bestätigen. Bei einem Test fanden Wissenschaftler heraus, dass Probanden in einer chaotischen Umgebung bei kreativen Aufgaben besser abschnitten und in einer aufgeräumten Umgebung Routineaufgaben besser lösten. Das passt gut zur zitierten Definition: Wenn in deiner Umgebung “mehr los” ist, gibt es auch mehr Impulse für das Gehirn, Neues zu entdecken.

Es gibt nur ein Problem am kreativen Chaos: Niemand ist immer nur mit kreativen Aufgaben beschäftigt. Manchmal muss es einfach eine Routineaufgabe sein. Wie die Buchhaltung und Ablage für dein Projekt. Das Wichtigste ist, wie du dich ganz persönlich in deiner Arbeitsumgebung fühlst. Gestalte deinen Arbeitsplatz nach deinen eigenen Bedürfnissen – die von Situation zu Situation variieren können.

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Mythos 3: Die rechte Gehirnhälfte ist der Sitz der Kreativität

Bestimmt bist du diesem Mythos bereits begegnet. Angeblich ist unsere linke Gehirnhälfte für analytisches, logisches Denken zuständig und die rechte für Kreativität und Fantasie. Der sogenannte Split-Brain-Mythos beruht auf den Untersuchungen des Neurologen Roger Sperry. Dieser hat jedoch lediglich nachgewiesen, dass das menschliche Großhirn anatomisch betrachtet aus zwei Hälften besteht.

Nach aktuellem Stand der neurologischen Forschung lässt sich die scharfe funktionelle Abgrenzung dieser beiden Gehirnhälften voneinander nicht nachweisen. Das Gehirn besteht aus einer Vielzahl von Arealen. Diese übernehmen sehr unterschiedliche Aufgaben und es ist längst noch nicht alles erforscht. Es sind allerdings Fälle von Menschen bekannt, bei denen nach einem Unfall im Gehirn gesunde Areale Aufgaben von dauerhaft beschädigten Arealen übernahmen. Diese Erkenntnisse sprechen gegen die Theorie, dass nur eine bestimmte Gehirnhälfte für Kreativität verantwortlich ist. 

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Bilder: Pixabay

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