Fünf, vier, drei, zwei, eins: Rechtspopulismus vorbei

Kleiner Fünf ist fast schon wie ein Understatement – schlicht, direkt und aussagekräftig. Gemeint ist mit dem Namen des Think Big Projekts die Fünf-Prozent-Hürde, die Parteien für den Einzug in den Bundestag überspringen müssen. Ziel des Projekts ist es, rechtspopulistischen Parteien mit inhaltlichen Argumenten zu begegnen und einen Leitfaden für schwierige Gespräche zu bieten. Auf diesem Weg wollen Paulina und das Team von Kleiner Fünf mit möglichst vielen Menschen einen offenen Dialog über gesellschaftliche Fragen schaffen.

„Rechtspopulismus hat keine Berechtigung im Bundestag. Jetzt sitzt er da aber – personifiziert mit der AfD. Genau jetzt ist es an der Zeit, einen richtigen Weg zu finden, radikal gegen diese Entwicklung vorzugehen!“, antwortet Paulina auf die Frage, was nach den Wahlen aus ihrem Projekt wird.  Sie planen weiter Kampagnen zur Aufklärung und möchten dafür sorgen, dass in der nächsten Legislaturperiode keine rechtspopulistischen oder rechtstextremen Parteien im Bundestag sitzen. Dafür arbeiten sie auch mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste zusammen.  

Ein Zeichen gegen Rechtspopulismus

Raus aus dem Bundestag

Für Paulina selbst war es ein Schlüsselmoment im Café, der ihr gezeigt hat, wie dringend Kleiner Fünf gebraucht wird. Sie unterhielt sich dort im Mai 2016 zufällig mit zwei fremden Männern. Das Gespräch empfand sie als angenehm, bis einer der beiden sagte: „Flüchtlinge sind Feiglinge. Sie sind Bittsteller!“ Die Selbstverständlichkeit, mit der dieser Satz fiel, machte Paulina sprachlos. Sie war wütend und gleichzeitig verletzt. Der Wunsch, Haltung zu zeigen und auch andere in solchen Situationen zu unterstützen, trieb das Projekt voran.

Voller Einsatz für das gemeinsame Ziel: das Team von Kleiner Fünf

Rein in den Dialog

Kleiner Fünf möchte eine Hilfestellung im Dialog bieten. Auf der Internetseite stehen rhetorische Tipps zum Download bereit. Sie sollen einem im Gespräch mit rechtspopulistischen Aussagen helfen – einen Leitfaden für schwierige Gespräche bieten. Dabei ist es den Projektmachern von Kleiner Fünf besonders wichtig, mit radikaler Höflichkeit zu formulieren. Sie wollen aufwecken, aber nicht verschrecken. Es sollen keine Blockaden entstehen, sondern eine Offenheit im Gespräch. Gerade deswegen ist es wichtig, auch aktuelle Themen aufzubereiten.

Mit einem Stand zu Fake News bei dem Jugendforum in Berlin hat das Projekt eine Förderung von Think Big erhalten und konnte so die ganzen Ideen schneller umsetzen. Neben den öffentlichen Veranstaltungen möchte Kleiner Fünf aber auch dazu beitragen im direkten Umfeld einen Dialog zu schaffen. Paulina rät daher allen: „Setzt euch auf der nächsten Familienfeier einfach neben den, mit dem ihr lange nicht gesprochen habt. Sprecht über Politik und fragt nach!“

Politik in Zukunft

Für Paulina ist Kleiner Fünf mehr als nur ein Projekt. War es am Anfang ein Team von neun Leuten, ist es inzwischen ein großes Netzwerk von Engagierten aus ganz Deutschland, die alle online vernetzt sind. Vor der Bundestagswahl konnte das Team drei Honorarkräfte einstellen, alle anderen arbeiten ehrenamtlich. Paulina hat Wassermanagement studiert und war in der Entwicklungszusammenarbeit im Ausland tätig. Heute möchte sie in Deutschland leben, arbeiten und wirken, allerdings nicht parteipolitisch. Sie schätzt vor allem die außerparteiliche Arbeit und möchte etwas bewegen. Da sind schon kleine Begegnungen, wie die mit einem Kiosk-Betreiber, große Erfolge. Ein Poster von Kleiner Fünf hängt dort aus. Der Besitzer bittet um mehrere Exemplare: „Bitte bring nächste Woche mal mehr rein, die Leute wollen unseres immer mit nach Hause nehmen!“

Alle Bilder: Kleiner Fünf

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