Clothing The Gap: Mode für alle

Funktional, modisch und preiswert – das ist das Motto, mit dem das Team von Clothing The Gap Kleidung speziell für Rollstuhlfahrer gestaltet. Johanna Stolch erzählt uns, wie ungerecht sie es findet, dass Kleidung zum Problem für manche werden kann.

„Wir gehen einfach in die Stadt und können da zwischen tausend verschiedenen Hosen und Läden auswählen und auch im Internet gibt es eine riesige Auswahl“ sagt Johanna. Es gibt zwar schon Kleidung für Rollstuhlfahrer und Menschen mit anderen Behinderungen. Diese sei jedoch sehr teuer und nicht unbedingt modisch. Die Macher des Think Big Projektes Clothing The Gap möchten für eine größere Auswahl zu günstigeren Preisen sorgen. Den Start machen sie mit einer Hose.

Johanna gesteht, dass sie vorher gar nicht wusste, was alles bedacht werden muss: Längerer Bund, belastungsfähige Gürtel-Schlaufen und ein Band für den Reißverschluss. Ein besonderes Merkmal an ihrer Hose soll ein Magnetverschluss sein. „Ein Knopf ist einfach schwierig auf- und zuzubekommen!“, erklärt Johanna fast schon selbstverständlich.

Johanna und ihr Team haben eine Vision

Von Semester zu Semester

Jeden Mittwoch trifft sich das achtköpfige Team zur Organisation und Konzeption von Clothing The Gap. Aktuell sind Johanna und Paulina in der Projektleitung und koordinieren alles neben dem Studium. Auch wenn dadurch manches etwas länger dauert, sind die beiden mit den Fortschritten des Projekts zufrieden. Ihre Ziele sind in Semestern gedacht: „Was können wir dieses Semester erreichen, was schaffen wir?“ Das größte Ziel ist es im Moment, von dem Prototyp der ersten Hose zum endgültigen Produkt zu kommen. Bis zum Ende des Jahres soll eine schlichte, dunkelblaue Hose für 65 € auf den Markt kommen. Für die Zukunft möchten die Projektmacher weitere, verschiedene Kleidungsstücke gestalten, um für eine größere Auswahl zu sorgen – alles in enger Zusammenarbeit mit Rollstuhlfahrern.

In der Schneiderwerkstatt geht es nicht immer so ruhig zu

Close und Clothing The Gap

Das Team sieht in dem Projekt einen Doppelnutzen. Für die Hose arbeiten sie mit dem Mode-Startup Get lazy und der Designerin Elke Burmeister-Haug zusammen. Diese beschäftigen Geflüchtete aus Syrien und geben ihnen die Chance, einen festen Arbeitsplatz zu haben. Neben dem Kerngedanken, modische Kleidung für Rollstuhlfahrer anzubieten, wird Geflüchteten der Start hier erleichtert.

Ein guter Start ins neue Leben: Hier sitzen Geflüchtete an der Nähmaschine

Mit Think Big ist man nie allein

Am Anfang ist da die Idee, dann kommt die Umsetzung. Gerade bei dieser Phase ist Johanna für die Think Big Förderung dankbar: „Der erste Prototyp hat allein 800 € gekostet und wir mussten das Nutzungsrecht und andere Dinge kaufen. Think Big hat uns den Start einfach erleichtert.“ Auch bei Problemen stand dem Team immer ein Gesprächspartner zur Seite.

Das Team von Clothing The Gap

Alle Bilder: Clothing The Gap

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